Niedersachsens designierter Ministerpräsident Olaf Lies will den Menschen im Land auch in stürmischen Zeiten ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität geben. Er empfinde es als beeindruckend, wie es Regierungschef Stephan Weil «immer gelungen ist, dass die Menschen in ihn so großes Vertrauen haben», sagte der SPD-Politiker der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung». «Die Menschen erwarten zu Recht eine Regierung, die gut und geräuschlos saubere Arbeit macht.» Die Demokraten müssten beweisen, handlungsfähig und kompromissfähig zu sein.
Weil (SPD) hatte angekündigt, sich zurückzuziehen und an seinen einstigen Konkurrenten Lies zu übergeben – sowohl an der Spitze der Landesregierung als auch im SPD-Landesverband. Mit der seit 2013 währenden Amtszeit von Weil endet in Niedersachsen eine Ära.
Auf die Frage, ob sich mit dem Amt des Ministerpräsidenten ein Lebenstraum erfülle, sagte Lies, dass er dies vor 14 Jahren gesagt habe: «Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, denke ich doch mit ein wenig Schmunzeln, mit welchem Selbstbewusstsein ich mich da einer so großen Aufgabe stellen wollte. Ich hatte bis dahin noch kein Ministeramt und keinerlei Regierungserfahrung, keine inhaltliche Verantwortung übernommen und trotzdem gesagt: Ich will das machen.» Er betonte: «Nach zwölf Jahren Regierungserfahrung weiß ich sehr genau, wie viel Verantwortung in dieser Aufgabe steckt.»
Lies erklärte, es müsse gelingen, breite gesellschaftliche Mehrheiten zu finden: «Wir dürfen uns nicht spalten lassen. Wir müssen als Gesellschaft beieinander bleiben.» Er sagte der Zeitung, er habe viel aus der Zusammenarbeit mit Weil gelernt, «etwa die Form von Verlässlichkeit, die notwendig ist».
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