Der Emder Seehafen hofft, dass die angekündigten neuen US-Zölle auf Autoimporte nicht zu stark den Umschlag drücken. «Die Zollpolitik der aktuellen amerikanischen Administration macht uns natürlich auch Sorge hier im Seehafen Emden», sagte Reinhard Hegewald, Vorstand der Emder Hafenförderungsgesellschaft, der Deutschen Presse-Agentur. «Aber wir sehen die ganze Sache realistisch und gehen sie besonnen an.»
Der Seehafen im ostfriesischen Emden ist der drittgrößte Autoverladehafen in Europa und die größte niedersächsische Drehscheibe für den Import und Export von Fahrzeugen - hauptsächlich aus dem VW-Konzern. Von den zuletzt rund 1,24 Millionen in Emden umgeschlagenen Fahrzeugen wurden fast 70 Prozent exportiert. Mit 390.000 Autos gingen die meisten Fahrzeuge ins Vereinigte Königreich, gefolgt von den USA mit 249.000 Autos.
Es seien überwiegend hochpreisige Fahrzeuge, die von Emden aus in die USA exportiert würden, sagte Hegewald. «Wir hoffen sehr, dass die kaufkräftigen Käufer in Amerika nicht so genau auf den Dollar achten, wenn also in Amerika Zölle auf den Endverbraucherpreis aufgeschlagen werden, sodass das nur wenige Auswirkungen auf unser Umschlagsgeschehen hier in Emden hat.»
USA wichtigster Exportmarkt
US-Präsident Donald Trump hatte kürzlich Zusatzzölle auf alle Autoimporte angekündigt.
Experten erwarten, dass Autopreise durch die neuen Zölle der Trump-Regierung in den USA deutlich teurer werden.
Folgen könnte das vor allem für deutsche Autohersteller haben. Zwar haben VW, BMW und Mercedes große Werke in den USA und bedienen den dortigen Markt zum Teil mit Autos, die vor Ort hergestellt werden. Ganz ohne Importe kommen sie aber nicht aus. Für die deutsche Autoindustrie sind die USA der wichtigste Exportmarkt.
Neben Emden dienen nach Angaben der Marketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen auch die Häfen in Cuxhaven und Wilhelmshaven für den Umschlag von Fahrzeugen. Der Umschlag blieb zuletzt im Vergleich zu 2023 nahezu konstant. 2024 wurden 1,65 Millionen Fahrzeuge in den drei niedersächsischen Häfen umgeschlagen - das entspricht einem Rückgang von einem Prozent im Vergleich zu 2023 (1,66 Millionen Fahrzeuge).
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