Pünktlich zum Start der Urlaubssaison zu Ostern kehren die ersten Pferde aus ihrem Winterquartier auf dem Festland auf die autofreie Nordseeinsel Baltrum zurück - mit einer Frachtfähre. In diesem Frühjahr gehören Kaltblüter Einstein und Pony Amo vom Kutschbetrieb Ponte Rosa zu den ersten Insel-Rückkehrern. Bald kämen auch die ersten Kurgäste nach Baltrum, sagt Eke Seiffart vom Kutschbetrieb. «Dann brauchen wir ein paar Pferde für die Kutsche und ein paar Pferde zum Ponyreiten.»
Das Bild von Pferdekutschen prägt seit Jahrzehnten Baltrum. Auf dem autofreien Eiland übernehmen die Kutschpferde etwa den Transport von Gepäck und Gästen. Außerdem werden Pferde und Ponys für Rundfahrten oder zum Ausreiten eingesetzt. Insgesamt gibt es auf Baltrum noch drei Kutschbetriebe. Mit der Rückkehr der Tiere auf der Insel steht traditionell der Beginn der Urlaubssaison kurz bevor.
Warum die Pferde ein Winterquartier am Festland haben
Die Reise ist für die Vierbeiner allerdings nicht ohne Mühe: Erst werden die Tiere im Hafen von Neßmersiel (Landkreis Aurich) in einer Transportbox vom Schiffskran auf den Frachter gehoben, danach steht die Fahrt auf dem Schiff durchs Wattenmeer zur Insel an. «Für die Pferde ist es ein kleines bisschen anstrengend, weil es wackelt ja so ein bisschen», sagt Seiffart während der Überfahrt. Auch der vibrierende Schiffsmotor mache manche Tiere nervös. «Aber das sind zwei alte Hasen, die kennen das schon.»
Da die Haltung der Pferde im Winter auf der kleinen Nordseeinsel aufwendig ist, verbringen viele Baltrumer Kutschpferde das Winterhalbjahr auf dem Festland. «Wir haben nicht ganz so viel Platz auf der Insel und wenn wir uns dann das Futter kommen lassen müssen, ist das dreimal so teuer als würden sie am Festland stehen», sagt Seiffart. Auf dem Festland ließen sich die Pferde zudem besser unterstellen und auch der Tierarzt sei in der Nähe.
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