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Vom Stigma zum Schmuck - Schau zeigt Bedeutung von Tattoos

Eine Ausstellung im Museum August Kestner in Hannover zeigt die Geschichte des Tätowierens von der Antike bis zur Gegenwart.  / Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Eine Ausstellung im Museum August Kestner in Hannover zeigt die Geschichte des Tätowierens von der Antike bis zur Gegenwart. / Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Tätowierungen gibt es seit Tausenden von Jahren. Ihre Bedeutung wandelte sich im Laufe der Zeit enorm. Davon erzählt eine Ausstellung im Museum August Kestner in Hannover.

Schon vor mehr als 5.000 Jahren ließen sich Menschen tätowieren. Sowohl auf der Gletschermumie Ötzi als auch auf ägyptischen Mumien entdeckten Forscher gestochene Muster auf der Haut. Eine Ausstellung im Museum August Kestner in Hannover widmet sich bis zum 17. August den Kunstwerken auf der Haut. Dabei wird der Bogen vom Alten Ägypten über das antike Griechenland und Rom bis zur Gegenwart gespannt. 

Die Schau «Tattoo. Antike, die unter die Haut geht» beruht auf einer Idee vom Antikenmuseum der Universität Leipzig. Dort war sie bereits im vergangenen Sommer zu sehen. Für Hannover wurde sie um Motive von tätowierten Schaustellerinnen und Schaustellern aus dem 19. Jahrhundert erweitert. Die Bildergeschichten auf den Körpern waren Jahrmarkts-Attraktionen.

Die Freundin, das Kind oder gar der Hund: Heute erzählen Menschen mit ihren Tattoos über ihr Leben, präsentieren ihren Glauben oder stellen ihre Hobbys zur Schau. Manche Tattoos sind auch einfach nur Schmuck. 

Mit Tattoos wurden Feinde bestraft

In der Antike sei es dagegen um die Markierung von sozialen oder kulturellen Unterschieden gegangen, erläutert Kuratorin Anne Viola Siebert. So wurden mit Tätowierungen zum Beispiel Feinde bestraft oder Sklaven gekennzeichnet. Im Alten Ägypten waren Tätowierungen auch Fruchtbarkeitssymbole oder hatten eine erotische Funktion. 

Insgesamt sind rund 50 Ausstellungsstücke zu sehen, neben antiken Originalobjekten auch Gipsabgüsse von prominenten Statuen wie die «Venus von Milo», die nach Museumsangaben heute eines der beliebtesten Tattoo-Motive mit Antike-Bezug ist. Eigens für das Projekt haben sich Menschen mit derartigen Tattoos fotografieren lassen. Ihren Fotografien und Berichten werden die Vorbilder - also antike Statuen, Büsten und Vasen - gegenübergestellt.

Mutige können sich sogar nach Voranmeldung im Museum ein Körperbild stechen lassen. Für den 25. April und 27. Juni ist der hannoversche Tätowierer Timo Möhlenbrock angekündigt.

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