Die Stadt Goslar hat ihren Musikpreis in «Der Goldene Ton» umbenannt. Die Umbenennung soll rückwirkend bereits für 2024 und den Preisträger Sven Regener gelten, wie die Stadt Goslar mitteilte. Die Vergabe an Regener war Anfang vergangenen Jahres wegen eines möglichen NS-Bezugs des bisherigen Namensgebers Paul-Lincke gestoppt worden.
Bereits Anfang 2024 sprach die Stadt Goslar von ersten Erkenntnissen, die den Komponisten Paul Lincke unter anderem mit Personen aus dem Nationalsozialismus in Verbindung bringen. Das veranlasste nun die Umbenennung. Unter dem neuen Namen soll die Auszeichnung weiter undotiert bleiben und im Stadtteil Hahnenklee verliehen werden - dem Sterbeort des Paul Lincke (1866-1946). Der Ring, der bisher unter anderem die Initialen des Operettenkomponisten beinhaltete, soll ein neues Design erhalten.
Erster Preisträger unter dem neuen Namen soll der Musiker, Texter und Schriftsteller Sven Regener sein. Der in Bremen geborene Künstler war bereits im vergangenen Jahr für die Auszeichnung - damals noch unter dem ursprünglichen Namen - vorgesehen. Der genaue Termin für die Vergabe solle zügig geklärt werden, sagte Goslars Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner (SPD).
Jury: Preisträger Regener «poetische Fachkraft»
«Seine Texte sind geprägt von persönlichen Leidenschaften und er zeichnet mit einfachen Begriffen eine Seelenlandschaft», sagte Schwerdtner im vergangenen Jahr. Der Sänger der Gruppe Element of Crime sei eine «poetische Fachkraft für ironisch-lakonische Zärtlichkeit», begründete die Jury ihre Entscheidung im vergangenen Jahr.
Im Jahr 1955 wurde der Paul-Lincke-Ring zum ersten Mal vergeben. Zunächst im Zweijahresrhythmus, seit 2016 jährlich. Die Auszeichnung wird an Musiker vergeben, die sich um deutschsprachige Musik verdient gemacht haben. Vorherige Preisträger waren unter anderem Udo Lindenberg, Max Raabe und Helge Schneider sowie zuletzt Annett Louisan.
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