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Apfel des Jahres «Ontario» am Kiekeberg gepflanzt

Der «Ontario» als eine typische Winterapfelsorte ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg angepflanzt worden.  / Foto: Nimar Blume/Pomologen-Verein e.V./dpa
Der «Ontario» als eine typische Winterapfelsorte ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg angepflanzt worden. / Foto: Nimar Blume/Pomologen-Verein e.V./dpa

In vielen Hausgärten und auf Obstwiesen finden sich noch alte Obstbäume. Die Sorten sind heute fast unbekannt, dabei sind oft sehr schmackhaft. Der Apfel des Jahres erinnert daran.

Der «Ontario» als eine typische Winterapfelsorte ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg angepflanzt worden. Ein Bäumchen der Sorte des Apfels des Jahres fand am Donnerstag seinen Platz in Rosengarten im Landkreis Harburg. Die etwa 150 Jahre alte Sorte zeichnet sich durch ihre guten Lagereigenschaften aus und ist noch in Hausgärten und auf Obstwiesen zu finden. 

Der Name leitet sich aus der Entstehung ab, der Provinz Ontario in Kanada. Erntereif ist der Apfel frühestens ab Mitte Oktober, die Früchte hängen aber auch noch bis zum ersten Frost fest am Baum, heißt es vom Pomologen-Verein in Hamburg. Wenn sich ein Teil der Säure abgebaut hat, ist die Frucht ab etwa Januar zu genießen, bei guter Lagerung bis zum Sommer hin. 

Alte Sorten oft robust und schmackhaft 

«Genau wie der Glockenapfel kann man den Ontario erst nach Weihnachten essen», bestätigt Sortensammler und Buchautor Eckart Brandt. In den 1920er Jahren war er eine der drei Apfelsorten, die zu «Reichsobstsorten» gewählt wurden. «Er ist einfach und unproblematisch im Anbau und hat viel Vitamin C», erklärt Brandt. Viele alte Sorten seien nicht so empfindlich wie neu gezüchtete und bräuchten keine «Chemie-Duschen» gegen Krankheiten und Schädlinge. 

In der Nachkriegszeit dienten Obstbäume in Gärten und entlang der Straßen zur Selbstversorgung der Dorfbevölkerung. Seit 2001 wird der Apfel des Jahres gepflanzt, damals war es der «Finkenwerder Herbst». Früher gab es wesentlich mehr Obstsorten, die oft robust und schmackhaft waren.

Im Kleingarten am original erhaltenen Flüchtlingshaus von 1955 am Kiekeberg werden jährlich alte Obst- und Gemüsesorten angepflanzt. Es ist Teil des Projekts «Königsberger Straße» mit Gebäuden und Einrichtungen aus den 1950er bis 1970er Jahren. Zu sehen ist, wie die Bundesrepublik nach den Kriegsjahren wieder auf die Beine kam. 

«Wir zeigen nicht nur die Häuser und Tiere der vergangenen Jahrhunderte, sondern eben auch die Pflanzen», sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann. In den Nachkriegsjahrzehnten sei die Selbstversorgung ein zentraler 
Gedanke gewesen.

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