In Niedersachsen sind nach Daten der Kaufmännischen Krankenkasse KKH binnen zehn Jahren deutlich mehr Frauen an Brustkrebs erkrankt. Demnach seien 2023 landesweit 39,1 Prozent mehr Frauen wegen einer Brustkrebs-Diagnose in Behandlung gewesen als zehn Jahre zuvor, teilte die KKH mit. Landesweit stieg der Anteil der Brustkrebs-Patientinnen am Versichertenbestand zwischen 2013 und 2023 von 2,6 Prozent auf rund 3,7 Prozent. Insgesamt gebe es 1.725 Betroffene in Niedersachsen, sagte eine Sprecherin.
Höchste Steigerungsrate in Sachsen
Bösartige Veränderungen des Brustgewebes sind den Angaben zufolge die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die KKH zählt nach eigenen Angaben mit rund 1,5 Millionen Versicherten zu den größten bundesweiten Krankenkassen.
Bundesweit waren 2023 rund 30.000 Versicherte der Kasse wegen Brustkrebs in ärztlicher Behandlung, ihr Anteil am Versichertenbestand stieg binnen zehn Jahren von 2,4 auf 3,2 Prozent - die Steigerungsrate lag bei 33,3 Prozent. Am höchsten fiel sie mit 51,4 Prozent in Sachsen aus, am geringsten in Mecklenburg-Vorpommern (plus 10,1 Prozent).
Brustkrebs bei früher Erkennung gut behandelbar
«Die Diagnose Krebs trifft die meisten Patientinnen völlig unerwartet», sagte Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH. Neben genetischer Veranlagung und Alter könnten auch Ernährung und Bewegung eine Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs spielen. «Nicht alle Risikofaktoren für Brustkrebs sind beeinflussbar, allen voran das Alter und eine familiäre Vorbelastung», sagte die Medizinerin. Werde Brustkrebs in einem frühen Stadium erkannt, sei er meistens gut behandelbar - und die Aussicht auf Heilung am größten.
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