loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Hamburg plant Programm von Oper bis Urban Art

Osnabrücks Mickael Cuisance läuft mit dem Ball am Fuß. / Foto: David Inderlied/dpa
Osnabrücks Mickael Cuisance läuft mit dem Ball am Fuß. / Foto: David Inderlied/dpa

Die Geräusche eines Fußballspieles haben meist mit Gebrüll, Geschrei und Gekicke zu tun. Am 12. Mai soll ein St.-Pauli-Spiel stattdessen wohlklingende Melodien zaubern. Dank eines neuen Formats.

Mit Fußball-Oper, Urban Art, Streetdance-Battles, Livekonzert zu einem Zweitliga-Spiel und vielem mehr will Hamburg mit kulturellen Projekten Lust auf die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land machen. Rund um die EM stehe die Kulturstadt Hamburg ganz im Zeichen des Sports, sagte Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) am Montag laut Mitteilung. «Es ist beeindruckend, wie kreativ sich die Hamburger Kultur dem Thema Fußball nähert und sich vom Sport inspirieren lässt.»

Sowohl Sport als auch Kunst seien elementare Bestandteile unserer Kultur, und beide hätten eines gemeinsam: «Sie verbinden statt zu trennen und ermöglichen Begegnungen. Beides ist gerade jetzt besonders wichtig, in einer Zeit, in der die Fliehkräfte in unserer Gesellschaft stärker werden», sagte Brosda weiter.

Viele der Hamburger Projekte würden Themen wie gesellschaftliche Teilhabe und Diversität, die auch im Fußball aktuell sind, spielerisch aufgreifen. «Das Hamburger Kulturprogramm zur Uefa Euro 2024 verspricht nicht nur viele neue Perspektiven auf den Sport, sondern auch auf die Frage, nach welchen Spielregeln wir als Gesellschaft zusammenleben wollen.»

Insgesamt seien elf verschiedenen Projekte geplant. Eins davon macht die Spielaktionen der Zweitligisten St. Pauli und VfL Osnabrück zu hörenswerten Tönen und somit zu einem 90-minütigen Konzert, das live auf dem Rasen geschrieben wird. Am 12. Mai (13.30 Uhr) werden im Rahmen des Reeperbahn-Festival-Projektes «The Game» das Ensemble Resonanz und die Band des Elektronik-Künstlers Matthew Herbert in der Hamburger Laeiszhalle das Fußballspiel miteinander vertonen.

Sowohl die Musikerinnen und Musiker als auch das Publikum sehen das Fußballspiel dabei live auf Monitoren. Welche Band den Ton angibt, entscheidet der Ballbesitz der Teams. Die Standards - also Ecke, Einwurf, Freistoß, Elfmeter - haben alle eine eigene Melodie beziehungsweise ein Klangbild. Die Leitung des sportlichen Konzertes übernimmt Dirigentin Friederike Scheunchen.

Zudem ist für den 31. Mai eine Fußballoper geplant. Junge Sängerinnen und Sänger wollen dann das Opernloft im Alten Fährterminal mit einer Mischung aus mitreißenden Fangesängen und leidenschaftlichen Opernarien 90 Minuten lang in ein Stadion verwandeln.

Schon einen Tag später kommt der wohl bedeutendste Streetdance-Battle nach Hamburg. Die Finals mit rund 140 Tänzerinnen und Tänzern kommen in die Alsterdorfer Sporthalle. Rund um das Event am 1. Juni gibt es im Kulturzentrum Kampnagel die erste Hip-Hop-Dance-Week mit weiteren Wettkämpfen, Workshops und vielem mehr.

Auf dem Programm stehen zudem der Entwurf einer Fußball-Modelinie, die sich kritisch mit der Fan- und Fußballkultur auseinandersetzen will. Das Tanztheaterstück «Football Echoes» verbindet urbane Tanzkultur mit Fußballbewegungen (Premiere ist am 30. Mai auf Kampnagel), Fußball wird auch Teil des Straßenkunst-Festivals vom 7. bis zum 9. Juni und eine Wanderausstellung im Teehaus in Planten un Blomen zeigt die weibliche National-Fankultur in Europa.

Während der Fußball-EM vom 14. Juni bis zum 14. Juli werden fünf Spiele im Hamburger Volksparkstadion ausgetragen.

Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten